EMS Training – Ein Erfahrungsbericht

Ich habe mal angefangen was gegen meinen Bauch, oder das was ich als Kugel da vor mir herzuschieben beginne,  zu tun. Auf der Dornbirner Messe gab es einen EMS Anbieter, der mir jedoch zu weit weg war, aber das Angebot an sich klingt brauchbar: 20 Minuten Training pro Woche langen aus. Also ging ich mich als erstes mal im Netz um mich zu informieren, ob es das für mich näher gelegen auch gibt.

Für alle, die sich unter EMS nichts vorstellen können: EMS ist Muskelstimulation durch Strom. Das klingt jetzt Martialisch, ist aber halb so wild. Man bekommt Elektroden an die betreffenden Stellen, die dann Impulse an den Muskel abgeben. Somit ist es ist technisch gesehen ein Ganzkörpertraining unter Reizstrom. Wenn man dazu noch die passenden Übungen macht, dann bringt das Ganze richtig viel, wie schon im Leistungssport bewiesen wurde.

Gut – die Theorie mal auf die Probe gestellt und ein kostenloses Probetraining versucht. Das Ganze war eigentlich sehr einfach: Ein gut aussehender Trainer, der mich bei Bedarf in den Hintern trat und motivierte. Dazu eine Art Korsett mit den Elektroden und einem D-Sub Stecker einer Centronics Schnittstelle, mit der man mit dem Gerät verbunden war. Klar dass mir das als Technikerin als erstes aufgefallen ist.

In den ersten Minuten mache ich Bekanntschaft mit einem häufig anzutreffenden Effekt bei EMS-Erstlingen: Das Grinsen war mir gar nicht mehr aus dem Gesicht zu kriegen, ich muss regelrecht Lachen. Das ist einfach ein zu komisches Gefühl im Körper. Es gehört zu der Gattung von Erlebnissen, die man zum allerersten Mal macht. Bei der man seine Umgebung komplett ausblendet, wo nur noch die Erfahrung im Moment zählt. Sehr speziell. Muskeln kontrahieren, Körperpartien spannen sich automatisch und unwillkürlich an, Körperspannung wird dagegen gesetzt. Strom als Kontrahent. Trotzdem wirkt alles sehr ruhig – aber nur äußerlich, denn die Anstrengung ist außerordentlich real: 85 mal vibrieren die Muskelfasern pro Sekunde.

Von außen nicht der Hauch einer Ahnung was da in einem abläuft während innen das Training tobt. Dann wieder 20 Sekunden Pause und der Spaß beginnt wieder mit einem Impuls. Dazu kommen noch Übungen, die dem Körper willentlich noch Bewegungen und vor allem Spannung abverlangen. Man merkt es schnell an der Atmung und daran, dass es mir sehr schwer fällt, die Übungen sauber zu machen, denn die Koordination fällt angesichts des nötigen Kraftaufwands und Willens etwas schwer. Außerdem lenkt dieses neue Körpergefühl ab, hochfrequentes, krampfartiges Vibrieren überall. Ich beiße mich durch und mein sonst beim Training nicht existierender Kampfgeist meldet sich zu Wort sodass es richtig zur Sache geht.

Nach exakt 20 Minuten ist das Training vorbei. Das Zeitgefühl hatte ich zwischendurch verloren, trotz Uhr genau gegenüber am Gerät und zeitweisen Zählen von Sequenzen. Kein Gedanke, dass das jetzt richtig kurz war – der Körper weiß es auch so, da ich ein warmes Kribbeln in allen Muskelpartien habe und dem Gefühl, dass ich nicht mal mehr einen Löffel halten könne.

Der Kopf kann es noch nicht richtig zuordnen, fragt sich öfters in den nächsten Stunden nach dem Grund für die Mattigkeit und ich falle ins Bett. Zufrieden und Geschafft.

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