Basteln mit Bots

In Second Life ist nicht immer alles auf dem geraden Weg realisierbar. Eines der leidlichen Themen, welches komplizierte Umwege erfordert sind zum Beispiel Gruppeneinladungen, da es keine Funktion wie llInvite() gibt. Klingt nervig, ist es auch.

Um dem Thema zu entgehen, greifen immer mehr Spieler zu sogenannten Bots. Programme, welche in Second Life Arbeiten übernehmen können, wie zum Beispiel Leute in Gruppen einladen, irgendwo sitzen und gut aussehen oder einfach nur nerven.

Doch der schlechte Ruf dieser Bots ist zum größten Teil den Betreibern jener Programme zuzuschreiben, die leider zuviel Missbrauch damit betreiben – was natürlich verallgemeinert und auf sämtliche Dinge angewendet werden, die sich nicht wie ein normaler Spieler verhalten. Zugegeben, ich war selbst ein Feind diese Programme, da sie mir bislang immer nur negativ aufgefallen waren, bis ich selbst dazu gezwungen war, ein solches Programm zu besorgen und damit Gruppeneinladungen für einen virtuellen Kunden zu managen.

Ich begann damit, einen Pikkubot zu erwerben, da mein C# nicht ausreicht um mit der entsprechenden Library das Programm selbst zu schreiben. Außerdem ist es immer schön, wenn man jemand anders die Schuld in die Schuhe schieben kann.

Der nächste Schritt bestand darin, einen neuen Account anzulegen um den Bot in Second Life einzubinden und diesen einzurichten und den Avatar einzukleiden, was sich aufgrund der schon in der Library vorhandenen Gegenstände als sehr leicht erwies.

Schritt Nummer zwei bestand darin, den Bot auf einem Server zu installieren und ihm den neuen Account zuzuweisen. Problematisch dabei war nur der Betrieb auf Linux, da das Programm selbst nicht direkt auf den ‚kopflosen‘ Betrieb ausgelegt war. Doch die Probleme waren nur von kurzer Dauer, da sich der Programmierer derer annahm und entsprechende Updates bereitstellte.

Irgendwann im laufe meines Tages war der Bot dann endlich online und nahm Befehle entgegen und trottete mir wie ein Schatten hinterher, schaute sich um und tat das, was ich ihm anschaffte – sofern die Abläufe nicht zu komplex waren. Das erste Erfolgserlebnis stellte sich mit gemischten Gefühlen ein, da ich eben noch kein absoluter Freund dieser Bots war.

Da der Zweck schon so manches Mittel in der Geschichte geheiligt hatte, schob ich mein Bauchgefühl auf die Seite und begann mit der Implementation der Einladungen zur Rollenspiel-Gruppe in Carima, was sich innerhalb weniger Minuten als der absolute Kracher herausstellte. Aus der Sicht des Entwicklers durchaus ein Knaller. Doch eine Augenweide war der Bot an sich noch nicht – und wo parke ich den Kerl?

Nach einiger Zeit fielen mir wieder die nervigen Camping-Stühle meines Nachbarn ein, welcher auf der danebenliegenden Sim ein paar L$ zu verschenken hatte und mir ohnehin immer wieder durch seine Kunden auffiel. Kurzum schickte ich den Bot für ein paar Stunden eben campen. So wusste ich, wo sich das Programm bewegte und konnte weiterentwickeln. Doch die Lösung war absolut nicht zufriedenstellend, da mein Bot damit nicht viel besser war, als eben diese Bots, über die ich mich im normalen Spielverlauf ärgere. Mit einem unguten Bauchgefühl verließ ich den Ort des Geschehens und wendete mich meiner eigenen Sim zu, um die dortigen Bauarbeiten voranzutreiben.

Als einige Zeit später D15 Koba, mein Baumeister dazu stieß, begannen wir uns zu unterhalten und er berichtete mir von seiner neuen Kollektion und dem Umstand, dass die Gruppen-Einladungen die ein Dienst anbot sehr teuer seien und er sich das Ganze nicht leisten wollte – schon alleine wegen dem angemieteten Model-Bot, welcher noch teurer war.

Bei dieser Meldung ging mir auf einmal ein Kronleuchter auf und ich fragte nach, ob man nicht zu einem Handel kommen könne. Mein Vorschlag bestand darin, dass mein Bot bei ihm parkte und gut aussah. Die Gegenleistung sollte aus Bau-Arbeiten bestehen, was uns beiden erheblich die Kosten senken sollte. Der Handel war perfekt und er willigte ein und ich war mein Sorgen los.

Mein Bot war eingekleidet, besetzte keine Campingplätze, stand auf einem sicheren Fleck und war als Draufgabe doppelt nützlich geworden und ich konnte mich ruhigen Gewissens meinem Bett widmen um eine Mütze voll Schlaf zu bekommen.

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